8. Klassen der Kraichgau-Realschule gedenken der Sinsheimer Euthanasie-Opfer

Am 14. Mai 1940 begannen die Transporte von Bewohnerinnen und Bewohner der Sinsheimer Kreispflege nach Grafeneck, wo diese durch Gas getötet wurden. Insgesamt 234 behinderte Menschen aus Sinsheim wurden als „unwertes Leben“ von den Nationalsozialisten getötet. An diese Menschen erinnerten die 8. Klassen der Kraichgau-Realschule in einem Gedenkgottesdienst im Casino des Kreiskrankenhauses. Gleichzeitig bildete der Gottesdienst den Abschluss des Projektes „Soziales Engagement“ während dessen alle Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen der Kraichgau-Realschule ein einwöchiges Sozialpraktikum im Betreuungsheim der GRN und verschiedensten anderen sozialen Einrichtungen Sinsheims absolvierten. Ziel des Projekts ist, dass die Schülerinnen und Schüler während dieser Woche Menschen kennenlernen und unterstützen, denen sie im Alltag nicht begegnen würden.

Pfarrer Dr. Markus Printz leitete den Gottesdienst und stellte das Wirken von Bodelschwingh dem Älteren in den Mittelpunkt des Gottesdienstes. Dieser hatte als Leiter der Anstalt in Bethel versucht, seine Bewohner vor den Abtransporten der Nationalsozialisten zu schützen. Die Schülerinnen und Schüler berichteten von ihren Erfahrungen während des Sozialpraktikums und schlossen die Wünsche für die Bewohner der verschiedensten Sinsheimer Einrichtungen in ihre Fürbitten mit ein. Die Religionslehrerinnen Angelina Betschka und Vanessa Huber sowie die Musiklehrer Elena Buchalla und Dominic Schütze unterstützen die Vorbereitung und die Durchführung des Gottesdienstes.

Am Mahnmal erinnerte Schulleiter Holger Gutwald-Rondot an die 234 getöteten Bewohner der damaligen Kreispflegeanstalt, die Hilfe und Sorge bedurft hätten und stattdessen kaltherzig getötet wurden. Die Schülerinnen und Schüler legten dann gelbe Rosen als Zeichen der Erinnerung an das Mahnmal vor dem heutigen Betreuungsheim ab.



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